Wie unterscheiden sich Kindesunterhalt und Ehegattenunterhalt?

Im Unterhaltsrecht, dass auch nach der Reform im Jahre 2008 im BGB geregelt wird, unterscheidet man zwischen Ansprüchen aus Familienunterhalt, Ehegattenunterhalt und Verwandtenunterhalt. Während der Familienunterhalt die Pflicht zum Unterhalt während des Zusammenlebens regelt, erlangen im Falle einer Trennung oder Scheidung der Ehegattenunterhalt und der Kindesunterhalt, der dogmatisch zum Verwandtenunterhalt zu zählen ist, praktische Bedeutung.

Ehegattenunterhalt
a) Ehegattenunterhalt bei Getrenntlebenden:

Bei Getrenntleben kann man vom Ehegatten den angemessenen Unterhalt verlangen. Unterhalt wegen eines Körper- oder Gesundheitsschadens regelt §1610a BGB. Besteht ein Scheidungsverfahren, so sind auch ab dem laufenden Scheidungsverfahren die Kosten für eine angemessene Altersabsicherung sowie die Kosten für eine Absicherung gegen Erwerbsminderung zu erstatten.

Der Unterhalt ist im Voraus zu bezahlen, wenn der Ehegatte im Laufe des Monats stirbt, hatte er dennoch Anspruch auf die Unterhaltszahlung für den gesamten Monat.
Der nichterwerbstätige Ehegatte kann nur auf die Erwerbstätigkeit verwiesen werden um seinen Unterhalt selber zu verdienen, wenn seine persönlichen Verhältnisse, vor allem eine frühere Erwerbstätigkeit, dies erwarten lassen. Hierbei sind die wirtschaftlichen Verhältnisse und die Dauer der Ehe zu berücksichtigen.

b) Ehegattenunterhalt bei Scheidung:
1. Ein Ehegatte kann vom anderen wegen der Pflege oder Erziehung eines gemeinsamen Kindes angemessenen Unterhalt verlangen, wenn er dadurch keiner Erwerbstätigkeit nachgehen kann.

2. Ein Ehegatte kann Unterhalt verlangen, wenn es aufgrund seines Alters unwahrscheinlich ist, dass er noch arbeiten gehen kann. Hier ist das Alter zum Zeitpunkt der Scheidung oder die Beendigung der Pflege und Erziehung der gemeinsamen Kinder ausschlaggebend.

3. Man kann Unterhalt wegen Krankheit und Gebrechen bekommen. Hier ist der Zeitpunkt wie bei 2. geregelt.

4. Man kann Ehegattenunterhalt wegen Erwerbslosigkeit und Aufstockungsunterhalt bekommen.
Diesen Unterhaltsanspruch kann man verlangen, wenn man keine angemessene Erwerbstätigkeit findet oder aus der angemessenen Erwerbstätigkeit zu wenig verdient.

Kindesunterhalt:
Der Kindesunterhalt ergibt sich aus dem Unterhaltsanspruch in gerader Verwandtschaftslinie und ist in den §§ 1601 BGB folgende geregelt.
Der Kindesunterhalt ist in der Düsseldorfer Tabelle geregelt. Er ergibt sich aus dem jeweiligen Einkommen und ist nach Altersstufen gestaffelt. Ab Januar 2007 gibt es eine neue Tabelle, hier ist der Kindesunterhaltsanspruch leicht abgesenkt. In der Regel wird für gerichtliche und außergerichtliche Verfahren wegen des Unterhaltsanspruches immer die Düsseldorfer Tabelle zugrunde gelegt. Sie ist online verfügbar.